Kreativkaufhaus Edelhoff, Berlin-Lichtenberg

Eine Vision wird Wirklichkeit

Bereits Mitte der 90er-Jahre begann der Berliner Fachhändler Karlheinz Edelhoff, mit seiner Geschäftspartnerin Anna Sachs ein Kreativkaufhaus mit Eventcharakter zu planen. Anfang September wurde der lang gehegte Traum Wirklichkeit – unter außergewöhnlichen Bedingungen.

Strahlender Sonnenschein, Hunderte von Menschen, fröhliche Musik, witzige Clowns – das Einkaufszentrum Storkower Bogen präsentierte sich am ersten Septemberwochenende von seiner besten Seite. Und nicht von ungefähr, wurde es doch am 2. September offiziell eröffnet. Das ganz besondere daran: Herzstück des Centers ist – das Kreativkaufhaus Edelhoff. Als Dreh- und Angelpunkt soll es mit zahllosen Events für die Belebung und Attraktivität des gesamten Komplexes sorgen – und dazu steht für dieses wie für nächstes Jahr ein Werbebudget in sechsstelliger Höhe zur Verfügung.

Visionen begegnen Visionen

Centerbetreiber und Sponsor Gerhard Kanzler mit Karlheinz Edelhoff und Anna Sachs bei der Eröffnung des Kreativkaufhauses.
Centerbetreiber und Sponsor Gerhard Kanzler mit Karlheinz Edelhoff und Anna Sachs bei der Eröffnung des Kreativkaufhauses.

Bereits Mitte der 90er-Jahre hatte der Berliner Fachhändler immer wieder in Vorträgen sowie in Einzelgesprächen mit seiner Idee eines Kreativkaufhauses mit Events auch aus angrenzenden Kulturbereichen für sein Konzept geworben. Aufsehen erregte er damals schon mit der Eröffnung seines 600-qm-Fachgeschäfts in Hellersdorf sowie erst in jüngerer Vergangenheit mit seinem Kreativkaufhaus in der Leipziger Straße. Das war schon visionär; die Industrie setzte auf den Impuls, der es durchaus in sich haben konnte, die gesamte Branche stärker in den Blickpunkt zu rücken. Doch unterdessen plante Edelhoff mit seiner langjährigen Geschäftspartnerin Anna Sachs weiter. Noch waren die Flächen zu klein, um einen spektakulären Eventcharakter produzieren zu können.

Der Zufall brachte Karlheinz Edelhoff schließlich mit Gerhard Kanzler zusammen, alleiniger Geschäftsführer von 24 riesigen Einkaufszentren bundesweit und seinerseits Visionär. Binnen eines guten Jahres wurde die Vision buchstäblich Stein: Das völlig verkommene Schwimmbad in der Rudolf-Seiffert-Straße in Berlin-Lichtenberg gab die ideale Kulisse für das gemeinsame Vorhaben ab. Kanzler veranlasste und finanzierte die komplette Renovierung des 1.800 qm großen Schwimmbads. Das 600 qm große Becken wurde zugeschüttet und zur Aktionsfläche deklariert. Innenarchitekten und Ladenbauer planten die Fläche auf und planten die Gesamtoptik. Kanzler stellte ein ungewöhnlich hohes Werbebudget zur Verfügung. Schließlich trat die Industrie erneut in Aktion, stellte Mitarbeiter zur Verfügung, die bis kurz vor der Eröffnung am 2. September Edelhoff und seinem Team bei der endgültigen Ausstattung des Geschäfts halfen. Inzwischen beauftragte Gerhard Kanzler eine Werbeagentur mit Plakatwandwerbung. Während er sich um die Konzeption und Erstellung des gesamten Einkaufscenters kümmerte, nutzte Edelhoff sein Werbebudget für Werbung in den Tageszeitungen und organisierte das Programm für den Eröffnungstag.

Träume werden wahr

Mit Pauken und Trompeten wurden drei Tage lang zahllose Menschen an den Storkower Bogen gelockt. Strategisch liegt das Einkaufscenter allein durch seine Anbindung an die S-Bahn optimal.

Um Punkt zwölf am 2. September eröffnete Gerhard Kanzler das Kreativkaufhaus Edelhoff und überreichte Karlheinz Edelhoff den „goldenen Schlüssel“. Im Geschäft hatten sich bereits seit 9 Uhr Schlangen gebildet, die sich auch bis zum späten Nachmittag nicht auflösen wollten. Der Bedarf nach hochwertigem Kreativmaterial findet in diesem Eventgeschäft offenbar eine ideale Antwort. Auf der Aktionsfläche präsentierte ein Bleistiftmacher der Firma Staedtler das uralte Handwerk und lud zum Gewinnspiel ein. Workshops und Vorführungen sorgten für zusätzlichen Zustrom und noch längere Verweildauer.

Die 25 Mitarbeiter von Edelhoff – darunter sieben Azubis – hatten alle Hände voll zu tun mit der Beratung. Manager aus PBS- und Kreativbranche gaben sich die Klinke in die Hand und nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Catering, Clowns und Cool Jazz sorgten bis zum Abend für beste Unterhaltung. Karlheinz Edelhoff und Anna Sachs kamen kaum zu Atem. „Dass die Kunden die Geduld aufbringen, auch mal länger an der Kasse zu warten, beweist, wie stark der Wunsch nach Kreativität ist“, freuten sich beide. Auch Gerhard Kanzlers Wunsch danach nimmt kein Ende. Der leidenschaftliche Kulturfreund plant inzwischen das nächste Kreativkaufhaus in München. Als Visionär natürlich mit dem Visionär Edelhoff.

Quelle: HobbyArt - Nr. 6 / November 2005/scho